Wie erkennt man einen Bernstein?

Immer wenn ich am Strand bin, mutiere ich zur Schatzsucherin: Hühnergötter, Donnerkeile, Seeglas und Bernstein.

Nach Bernstein suche ich bestimmt schon seit 15 Jahren – erfolglos. Bis dieses Jahr ein bonbongroßer, gelber Bernstein einfach so im Sand lag und mich anfunkelte. Ich habe mich gefreut, wie ein Kind. So ein Schatz! 

 

Doch woran erkennt man eigentlich, ob unter den vielen gelbbraunen Steinen, die am Strand liegen, ein Bernstein ist? 

Du kannst es auf verschiedene Weise herausfinden:

  • Bernstein fühlt sich leichter an als ein echter Stein. – Mein Gefühl ...
  • Manche Leute stoßen sich das Fundstück vorsichtig gegen die Zähne. Bernstein fühlt sich wohl nicht so hart an, wie ein Stein. – Nicht meine Methode, weil ich nicht so gern Dinge gegen meine Zähne haue. Aber probiere es gern aus!
  • Bernstein ist Harz und damit brennbar. Also: Ein Feuerzeug dranhalten. Wenn es schmurgelt, ist es ein Bernstein. – Würde ich auch nicht machen, weil ich lieber einen ganzen Bernstein haben möchte.
  • Bernstein lädt sich statisch auf. Einfach das Fundstück an Wolle reiben und schauen, ob sich damit Haare oder Papierfussel bewegen lassen. – Wohl eher für den Winter geeignet, sofern du im Sommer keinen Wollpullover am Strand trägst. 
  • Bernstein leuchtet unter Schwarzlicht anders als andere Steine. Also eine Nachtwanderung am Strand machen und mit der UV-Licht-Taschenlampe alle Steine anleuchten. – Probier's aus! Ich fand den Effekt nicht ganz so eindeutig. Man muss schon gut hingucken, um einen Unterschied zu erkennen. 
  • Bernstein schwimmt im Salzwasser. Nimm einen Becher mit einer starken Salzwasserlösung mit – 3 Esslöffel auf ein normales Glas Wasser. Fundstücke, bei denen du vermutest, sie könnten Bernsteine sein, wirf in den Becher mit der Salzwasserlösung. Schwimmen sie oben, ist es Bernstein. Gehen sie unter, sind es Steine. – Dieses Experiment ist mein Favorit! Ich probiere es regelmäßig mit Kindern bei meinen Familienführungen durch Warnemünde aus und es ist bei Groß ein Klein ein Hingucker. Falls du dich fragst, ob normales Ostseewasser nicht reicht: Njein. Die Salzkonzentration in der Ostsee ist recht gering. Und wenn du einen eindeutigen Effekt erzielen willst, ist es sicherer, mit einer höheren Salzkonzentration zu arbeiten. Übrigens: Mir ist das Experiment schon einmal misslungen: Nicht genug Salz im Wasser UND zu hohe Temperaturen. Dadurch hat der Bernstein nur wenig Auftrieb und dümpelt eher am Boden herum, statt im Wasser zu schweben oder an der Oberfläche zu schwimmen. Deswegen sind Bernsteinfischer vor allem nach Herbst- und Winterstürmen unterwegs, wenn das Wasser kalt und aufgewühlt ist und sich Bernsteine im treibenden Seegras verheddern. Nichtsdestotrotz kann man Bernstein auch im Sommer finden. 😉 Schau dir das Experiment mit der Salzwasserlösung gern auf meinem Instagram-Reel an.

Sehr selten kann es passieren, dass man Phosphor-Reste aus dem 2. Weltkrieg am Strand findet. Sie sind ebenfalls gelb und können bei Körpertemperatur anfangen zu brennen. Mit 1.600°C brennen sie ab, verflüssigen sich und sind mit Wasser nicht zu löschen. Deswegen mein Tipp für alle Strandschatzsucher: Steckt eure Funde nicht in die Hosentasche, sondern in einen Beutel oder Eimer. 

Fröhliche Schatzsuche! 


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